1. Den eigenen Fußabdruck messen und reduzieren (Go ZERO)
Ein klimaneutrales Event klingt kompliziert, aber jedes große Ziel beginnt mit einem kleinen Schritt. Und der erste Schritt ist: einfach mal messen. Egal wie detailliert oder nicht. Selbst ein unvollständiger erster Bericht ist besser als gar keiner.
Klein anfangen, dann tiefer gehen
Gerade im ersten Jahr kann das überwältigend sein. Du willst dein Festival nachhaltiger machen, aber wo anfangen? Die gute Nachricht: Du kannst einfach irgendwo starten und musst dich nicht stressen, wenn es noch blinde Flecken gibt. Das Gute an Festivals und Events ist, dass sie in der Regel jedes Jahr stattfinden. Nach dem ersten Jahr weißt du, wo du dich verbessern kannst, und kannst dich gezielt darauf konzentrieren.
Ein guter Startpunkt: Daten sammeln und mit deinen Dienstleistern sprechen. Ein einfaches Formular kann helfen, Input von Lieferanten strukturiert einzuholen.
Emissionsfaktoren und Frameworks recherchieren
„Emissionsfaktoren" beschreiben, wie viel CO₂ etwas ausstößt. Zum Beispiel stößt Diesel mehr aus als herkömmliches Benzin. Die Gesamtemissionen deines Festivals oder Events lassen sich im Prinzip einfach berechnen: Emissionsfaktor × Menge/Länge/Stückzahl × Einsatzmenge. Die Herausforderung liegt darin, die Mengen und Verbräuche genau zu erfassen. Für Emissionsfaktoren empfehlen wir, eigene Recherche zu betreiben. co2emissiefactoren.nl (auf Niederländisch) bietet eine umfangreiche Sammlung von Emissionsfaktoren, die sich gut als Ausgangspunkt eignen.
Ein „Framework" klingt komplex, muss es aber nicht sein. Du kannst mit ein paar Basiskategorien starten, etwa „Transport", „Wasserverbrauch" und „Essen & Getränke". Selbst unsere größten Kunden arbeiten mit solchen Kategorien, und sie funktionieren bestens. Weitere Frameworks, die du dir ansehen kannst, sind das GHG-Protokoll und der Green Deal Circular Festivals.
Dateneingabe so einfach wie möglich machen
Im Bereich Nachhaltigkeit arbeitet man mit vielen Daten. Zum Beispiel ALLE Anreisen der Besucher, ALLE Anreisen der Crew oder ALLE verkauften Mahlzeiten.
Nutze so weit wie möglich deine bestehenden Tools. Wenn du mit Weeztix arbeitest, kannst du ganz einfach eine Frage wie „Von wo reist du an?" in den Checkout einbauen. So erhältst du wertvolle Informationen von allen Besuchern, ohne sie ein zweites Mal anschreiben zu müssen.
Wahrscheinlich hast du bereits wertvolle Daten zu deinen CO₂-Emissionen vorliegen. Ein paar Beispiele:
Besucheranreise (über Weeztix)
Crew-Anreise (über dein Akkreditierungssystem)
Künstleranreise (über dein Artist Advancing)
Produktionstransporte (über deine Akkreditierungsdaten)
Art der verkauften Speisen (Daten über deine Caterer)
Wenn du diese Daten noch nicht hast, erstelle ein Formular und verschicke es. Das ergibt eine sauber strukturierte Tabelle statt eines unübersichtlichen E-Mail-Postfachs. Sobald du dein System aufgebaut hast, wirst du merken, dass der manuelle Export der Daten aus deinen Tools in dein Nachhaltigkeitstool irgendwann mühsam wird. Dann ist es Zeit für den nächsten Schritt: die Daten direkt ins Nachhaltigkeitstool zu senden. Genau darauf hat sich Go ZERO spezialisiert.
Abschließen, lernen, wiederholen
Jetzt, wo du deinen ersten Nachhaltigkeitsbericht hast, schau ihn dir genau an. Besprich ihn mit deinem Team und mit Expert/innen: Was haben wir richtig gemacht, und was können wir verbessern? Wenn das Ergebnis visuell aufbereitet ist (z. B. mit übersichtlichen Grafiken), hilft das allen, es schnell zu verstehen.
Wenn bestimmte Bereiche einen großen Einfluss auf deine Emissionen haben, kannst du gezielt besprechen, wie sich das reduzieren lässt: gemeinsame Mobilitätslösungen anbieten, das Essensangebot überprüfen oder die Energieversorgung des Festivals hinterfragen. Andere Erkenntnisse könnten sein, dass in bestimmten Bereichen schlicht zu wenig Daten vorliegen. Dann kann man gemeinsam überlegen, wie sie sich erfassen lassen, zum Beispiel durch Fragen an den richtigen Stellen im Kaufprozess.
Konkrete Schritte:
Ein Framework wählen (GHG, Green Deal Circular Festivals oder ein eigenes mit 3–5 Kategorien)
Ein Lieferantenformular verschicken, statt E-Mails hinterherzujagen
Bestehende Daten exportieren: Ticketing, Akkreditierung, Catering
Einen ersten Bericht schreiben, ohne Perfektionsanspruch